So arbeitet die NSA in Deutschland – Wichtiges zum TOR-Projekt

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Ein etwas älterer Beitrag, aber ich denke er hat an Aktualität nicht verloren, ganz im Gegenteil! Nie war es aktueller als jetzt! Die Geheimdienste laufen auf Hochtouren und Alles und Jeder gerät ganz schnell ins Visier und ab sofort unter Dauerbeobachtung!

 

Deutsche, die sich mit Verschlüsselung im Internet beschäftigen, werden gezielt vom US-Geheimdienst NSA ausgespäht. Anhand eines geheimen Quellcodes der NSA konnten WDR und NDR in Deutschland Opfer der NSA Überwachung namentlich identifizieren. Einer davon ist der Erlanger Student Sebastian Hahn, der sich in seiner Freizeit mit Anonymisierungstechnologie beschäftigt. Er ist nach Angela Merkel das erste namentlich bekannte Opfer der NSA.

 

 

Quellcode entschlüsselt: Beweis für NSA-Spionage in Deutschland 
Deutsche, die sich mit Verschlüsselung im Internet beschäftigen, werden gezielt vom US-Geheim-dienst NSA
ausgespäht. So auch der Erlanger Student Sebastian Hahn.

 

Basis der Recherche ist ein Teil des Quellcodes des Überwachungsprogramms XKEYSCORE , der NDR und WDR exklusiv vorliegt. Der Quellcode ist das Fundament einer Software.

 

Bei XKeyscore handelt es sich um ein NSA-Spionagewerkzeug, das annähernd die digitale Totalüberwachung ermöglicht. Ausgehend von Verbindungsdaten, den sogenannten Metadaten, lässt sich darüber beispielsweise rückwirkend sichtbar machen, welche Stichworte Zielpersonen in Suchmaschinen eingegeben haben – und sogar auf Volltexte von E-Mails zugreifen, sofern sie abgefangen wurden.

 

700_801d6582c19a6114024c8b114a2c1db0Die Fernsehsender berichten, anhand des XKeyscore-Quellcodes deutsche Überwachungsopfer identifiziert zu haben. In diesem Zusammenhang nennt das Magazin „Panorama“ den Erlanger Studenten Sebastian Hahn, der einen von weltweit insgesamt 5000 Tor-Servern betreibt. Die IP-Adresse seines Servers tauche im Quellcode von XKeyscore als zu überwachendes Objekt auf, neben weiteren Adressen.

 

Die Abkürzung Tor steht für „The Onion Router“, einen Dienst, der wie eine Zwiebel mit ihren vielen Lagen auch den eigenen Internetverkehr durch verschiedene „Schichten“ schickt, bevor er am Ziel ankommt. Wer über das Tor-Netzwerk auf welche Inhalte von wo aus zugreift, lässt sich schwer feststellen. Nach Angaben der Tor-Betreiber nutzen außer Journalisten, Staatsanwälten und Firmen sogar Mitarbeiter der U.S. Navy das Netzwerk, um ihre Spuren im Internet zu verwischen.

 

Schon im Oktober hatte der „Guardian“ berichtet, wie sich die NSA bemüht, Tor-Nutzer zu identifizieren. Bislang gilt der Dienst aber als vergleichsweise sicher.

 

Die NSA will herausfinden, wer das Netzwerk nutzt

 

Student Hahn betreibt für die Tor-Community eine von neun sogenannten Directory Authorities, heißt es bei „Tagesschau.de“. Das bedeutet: Auf seinem Server befindet sich eine Liste, in der alle Tor-Server aufgelistet sind. Wer sich mit dem Tor-Netzwerk verbindet, greift automatisch auf eine der Directory Authorities zu, um die neueste Liste herunterzuladen.

Datenschutz-PRISM-TemporaAuf Hahns Server soll es aus diesem Grund pro Tag Hunderttausende Zugriffe geben. Nach Recherchen der Fernsehsender werden alle diese Zugriffe von der NSA markiert, anschließend landen sie in einer speziellen NSA-Datenbank.

Obwohl Sebastian Hahn anscheinend nicht persönlich Ziel der Überwacher ist – in erster Linie will die NSA über seinen Server herausfinden, wer das Tor-Netzwerk nutzt – fühlt sich der Student in seiner Privatsphäre verletzt. Er gerate in den Fokus der Geheimdienste, weil er etwas Gutes tue, zitiert ihn „Tagesschau.de“.

 

 

Servername „Gabelmoo“ soll im Quellcode auftauchen

 

Im Quellcode von XKeyscore soll neben der IP-Adresse auch der Name von Hahns Server auftauchen, „Gabelmoo“, fränkisch für „Gabelmann“. Auch die Namen der anderen Directory Authorities aus Berlin, den Niederlanden, Österreich, Schweden und den USA seien Teil des Quellcodes.

 

Konstantin von Notz, Grünen-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, kommentierte die Recherchen im ARD-„Morgenmagazin“: Die einzige Antwort der Bundesregierung auf die NSA-Affäre laute, dass sich die Bürger im Internet selbst schützen und ihre Daten verschlüsseln sollten. Nun stelle man fest, „dass gerade die, die verschlüsseln und das nutzen, überwacht werden. Das ist pervers und verrückt.“

 

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