Polemik überholt Journalismus – Laut taz.de sind Bilderberg Gegner nun Verschwörungstheoretiker

Martin Reeh, Resortleiter Inland der taz und Autor dieser Polemik hat am Journalismus vorbeigeschrieben!
Martin Reeh, Resortleiter Inland der taz und Autor dieser Polemik hat am Journalismus vorbeigeschrieben!
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„Tut es not, einen Bericht über informelle, unlegitimierte Elitenvernetzung gleich mit präventiver Verschwörungstheoretiker-Schmähung zu beginnen? „

„Will der „neutrale Journalist“ein schmunzel beim Leser bewirken und ihn so am Anfang schon in die denkschiene ziehen das Bilderberg ja eigentlich nix böses ist??“

So, klingen die Kommentare unter dem heute veröffentlichten Artikel von taz-Resortleiter Martin Reeh.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Minister Sigmar Gabriel, Wolfgang Schäuble, Ursula von der Leyen, Peter Altmaier und Frank-Walter Steinmeier sind zur diesjährigen Bilderberg-Konferenz eingeladen. Dies bestätigte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. Ob Merkel und ihre Minister an dem informellen Treffen vom 9. bis 12. Juni in Dresden auch teilnehmen werden, schrieb die Bundesregierung nicht.

Die Bilderberg-Konferenz ist eine alljährliche Tagung von 100 bis 140 Teilnehmern der Eliten aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt an wechselnden Orten. Die Treffen umgibt eine große Geheimhaltung. Weder Protokolle noch Tagesordnungen werden veröffentlicht. Im Lenkungsausschuss der Bilderberger sitzen von deutscher Seite Paul Achleitner (Deutsche Bank) und Thomas Enders (Airbus). Üblicherweise werden die Teilnehmerlisten erst kurz vor der Konferenz veröffentlicht.

Eingeleitet wurde der Artikel mit folgendem Satz: „Verschwörungstheoretiker werden sich freuen: Die Kanzlerin und fünf Minister sind zum Treffen der Reichen und Mächtigen in Dresden eingeladen.“

Was soll uns diese Polemik sagen? Ist nun jeder, der diesem elitären Treffen kritisch gegenübersteht ein Verschwörungstheoretiker? Solch eine Aussage hat definitiv nichts mit Jornalismus zu tun. In diesem Artikel wird auch weiter im Text dieses Treffen verharmlost und es wird der Anschein erweckt, dass dort auch keine wirklich wichtigen Entscheidungen im politischen Sinne besprochen werden. Jeder, der etwas Anderes denkt muss sich nun einen Aluhut basteln. So wird im Artikel mit folgenden Worten genau das impliziert:

Wegen ihrer Intransparenz sind die Bilderberg-Konferenzen Gegenstand von Verschwörungstheorien. Nüchternere Kritiker wie der linke Bundestagsabgeordnete Axel Troost sehen in den Treffen eher ein typisches Beispiel von Lobbyarbeit: „Informelle Netzwerke von Eliten nehmen großen Einfluss auf die Politik. Auf Treffen wie der Bilderberg-Konferenz werden Kontakte hergestellt und Herrschaftswissen geteilt. Ohnehin Privilegierte können so ihren Einfluss noch weiter vergrößern. Das ist nicht so harmlos, wie es die Bundesregierung darstellt“, sagte Troost der taz.

Autor: Ingo Trost

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