Skandale und andere Grausamkeiten im Netz

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Ein Artikel von Philip Simon, zuvor öffentlich auf seinem Profil geteilt:

 

Wir haben die Aufmerksamkeitsspanne von Clownfischen. Jeder neue Skandal, jede neue Empörung ersetzt die alte innerhalb von Sekunden. Die Fähigkeit das Ganze zu sehen schwindet gegen null. Jede Diskussion wird eskaliert und die Sau wird inzwischen nicht mehr nur durchs Dorf gejagt, sondern vorher auch noch angezündet, damit man sie auch im Dunkeln gut sieht.

Die eigentliche Diskussion die dahinter steckt, nämlich die über das Schicksal der Flüchtlinge, verschwindet im Nichts der 7 Sekunden Erinnerung. Sie erinnern sich? Darüber haben wir bis letzte Woche gestritten. Aber über Nacht gab es diese Diskussion nicht mehr. Weil wir weder bereit sind aufmerksam zu sein, noch die Zusammenhänge nicht nur zu sehen, sondern auch gelten zu lassen.

Wir zahlen jetzt Geld dafür, daß man sich der Flüchtlinge entledigt. Wir führen allen Ernstes so eine Art Pfandflaschensystem für Flüchtlinge ein. Eine der reichsten Industrienationen möchte sich gerne von den Flüchtlingen freikaufen. Weil wir nicht bereit sind mit dieser Situation umzugehen. Eine eigene, eine demokratische, eine humane, eine solidarische Lösung zu entwickeln.

Was kostet wohl so ein Pfandflüchtling? Sind die Kinder günstiger?

Was kostet wohl so ein Pfandflüchtling? Sind die Kinder günstiger?

Dafür springen wir über alle moralischen Schatten, die wir vor ein paar Wochen noch hatten. Aber klar, was willst du bei einer Erinnerungsspanne von 7 Sekunden erwarten. Nichts. Stattdessen Statthalterdiskussionen. Emotionalisiertes, geistig eskaliertes Rumgebrülle. Im Idealfall die 7 Sekunden auf der Welle mitschwimmen. In einem demokratischen Rechtsstaat in dem die Gerichte in ein paar Monaten feststellen werden: Da war nix. Die ganze Aufregung umsonst. Entgegen aller Befürchtungen: Deutschland bleibt eine Demokratie, Deutschland bleibt ein Rechtsstaat. Grünkohl gibt es auch in Zukunft mit Pinkel.

Es geht aber eigentlich um Menschen auf der Flucht. Und das ist kein rein europäisches Problem. Aus einem einfachem Grund: Viele der Menschen äußern ganz klar, daß sie nach Deutschland möchten. Nicht nach Griechenland, nicht nach Italien und offensichtlich auch nicht in die Türkei. Sondern nach Deutschland. Das ist eine Bitte an uns. Es ist eine solidarische Herausforderung für unsere Gesellschaft. Die wir nicht annehmen. Sondern über einen pikierten, reizbaren, humorlosen Erdogan schimpfen.

Warum? Es hilft der eigenen Verantwortung aus dem Weg zu gehen.

Das Problem sind aber nicht die Flüchtlinge. Das Problem sind die Kriege und die wirtschaftliche Entwicklung. Wir sind die eigentlichen Wirtschaftsflüchtlinge. Wir flüchten aus den teuren Läden in die billigen. Und die sind nur deshalb so billig, weil die Firmen mit ihrer Produktion aus den menschenwürdigen, in die menschenunwürdigen Länder flüchtet.

Und wenn Sie wissen wollen, wo die Flüchtlinge der Zukunft herkommen, dann brauchen Sie beim Ausziehen heute Abend nur mal auf die kleinen Etiketten schauen, die in Ihre Kleidung genäht sind. Da stehen nämlich die ganzen Namen der Länder drauf, wo die Flüchtlinge der Zukunft herkommen werden. Da stehen die Namen der Länder, die wir wirtschaftlich vergewaltigen, damit es uns so gut geht, daß wir uns unsere Probleme selber machen können.

War was?

 

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Anmerkung von Ingo Trost

Auch das ist eine Sichtweise, die man sich anschauen muss und der man sich nicht verschließen darf. Nicht alle Flüchtlinge die hier herkommen wollen Frauen vergewaltigen oder unser Land destabilisieren. Ich denke die große Herausforderung an Deutschland ist es jetzt, die Spreu vom Weizen zu trennen und vor allem zu lernen wie das geht!

Ich habe genau die selben Probleme mit der Masseneinwanderung und unserer Politik wie sehr viele Andere auch. Ich bekomme allerdings beim Lesen vieler Kommentare richtige Magenschmerzen. Ja, es kommen sehr viele Menschen mit in unser Land, die absolut nicht gut für unsere Gesellschaft sind und unsere Politik hat jämmerlich versagt. Aber bitte verwandelt Euch nicht in Unmenschen und bedenkt, es gibt viele andere Menschen die wirklich einfach nur unsere Hilfe möchten und uns nicht unbedingt etwas Böses wollen. Versucht zu differenzieren und lasst Euch nicht vom Hass leiten!

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