Mehr als 9.000 Polizisten in der Türkei suspendiert und über 1000 davon inhaftiert

Das Kalifat wird errichtet und die Welt schaut tatenlos zu!
Das Kalifat wird errichtet und die Welt schaut tatenlos zu!
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Ankara (dpa / K-Networld) – Die türkische Polizei hat 9.103 Beamte unter dem Vorwurf der Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen entlassen.

Die Suspendierung der Beamten sei „aus nationalen Sicherheitsgründen“ erforderlich, teilte die Polizei gestern Abend mit.

Wie die türkischen Medien am Mittwoch berichteten, sind 40.000 Menschen seit dem gescheiterten Putschversuch vom 15.Juli 2016 in diesem Land inhaftiert worden.

Zudem wurden dem Bericht zufolge 120.000 Beamten aller staatlichen Institutionen wie Militärkräfte, Polizisten, Lehrer und Personal der Abteilung für öffentlichen Dienste wegen angeblichen Verbindung mit der Gülen-Bewegung  suspendiert.

Bei  Polizei-Razzien in 72 türkischen Provinzen wurden außerdem gestern mehr als 1000 Menschen festgenommen.


Abrechnung mit politischer Opposition

Die EU wirft der Türkei vor, den Putschversuch für die Abrechnung mit der politischen Opposition zu nutzen und das ist ja auch sehr offensichtlich, wenn man sich die Zahlen der Suspendierungen und Inhaftierungen anschaut. Zudem werden auch die Angriffe in Syrien, dem Iran und Irak durch das türkische Militär gegen Kurdenmilizen, die auch gegen den Islamischen Staat kämpfen raufgefahren. Und das trotz weltweiter Empörung.

Mit der erfolgreich gefälschten und damit gewonnenen Wahl des Referendums von Erdogan, lässt er kaum einen Tag verstreichen ohne seine Gegner aus dem Weg zu räumen. Die Welt schaut zu wie die Türkei zu einem Kalifat ausgebaut wird. Während man zig andere Länder wegen ausgedachter und falscher Gründe sanktioniert, wird der Türkei hier freie Hand gelassen und EU-Gelder fließen weiterhin.

Zweifel an Schuld der Gülen-Bewegung

BND-Chef Kahl bezweifelt, dass die Gülen-Bewegung hinter dem Putschversuch gegen Erdogan steckte. Die Türkei reagierte verärgert – erst mit Verschwörungstheorien, nun mit diplomatischem Protest. Der BND-Chef bezweifelt im aktuellen SPIEGEL, dass Gülen hinter dem gescheiterten Staatsstreich im vergangenen Sommer steckt. „Die Türkei hat auf den verschiedensten Ebenen versucht, uns davon zu überzeugen. Das ist ihr aber bislang nicht gelungen“, sagte Kahl.

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden türkischen Islamprediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Das türkische Außenministerium warf Deutschland zudem vor, „Hunderten“ Gülen-Anhängern Zuflucht zu gewähren.

Schon am Wochenende hatte ein Sprecher des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit schweren Vorwürfen auf Kahls Aussagen reagiert. Sie seien ein Beleg dafür, dass die Regierung in Berlin Gülen und damit den Putschversuch unterstützte. Für die Behauptungen des Sprechers gibt es keinerlei objektive Hinweise.

Europarat interveniert

Aus Sorge um die Demokratie in der Türkei seit dem Putschversuch hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarats das Land am Dienstag erstmals seit 13 Jahren wieder unter volle Beobachtung gestellt. Die Regierung in Ankara verurteilte den Beschluss als politisch motiviert. Zuvor war es bereits zu erneuten Spannungen mit Europa rund um das Verfassungsreferendum zur Einführung eines Präsidialsystems gekommen, das Erdogan nach vorläufigen Ergebnissen knapp gewonnen hatte. Die Opposition kritisierte „Wahlbetrug“ und verlangte vergeblich eine Annullierung des Referendums.

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