Kreditsystem contra Monetarismus: Warum der Euro kein Wachstum schaffen kann

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Die EZB behauptet, ihre Maßnahmen, auch die hyperinflationäre Ausweitung der Geldmenge, hätten den Zweck, die Wirtschaft wieder mit Kredit zu versorgen. Aber je mehr Liquidität die EZB pumpt, desto weniger Kredit fließt in die Wirtschaft. Der Grund ist, dass das Eurosystem an sich grundsätzlich keinen Kredit schaffen kann. Es ist ein monetäres System (ein reines Geldsystem) und als solches früher oder später zum Zusammenbruch verurteilt.

 

Wir wurden kürzlich gebeten, den Unterschied zwischen einem monetären System – wie es das ganze globalisierte Finanzsystem ist – und einem Kreditsystem noch einmal kurz und prägnant zu beschreiben. Grundsätzlich beruht ein monetäres System auf Geld als Wert an sich, in einem Kreditsystem ist Geld Nebensache.

 

Heute müssen die Regierungen sich bemühen, „Geld aufzutreiben“, und das Geld will sich ständig vermehren. Dazu werden Kosten gedrückt und produktive Arbeitskapazitäten abgebaut, sodass weniger reale Werte geschaffen werden, aber mehr Geld gedruckt werden muss, um die ursprünglichen Investitionen zurückzuzahlen. Ein solches System ist von Natur aus oligarchisch und treibt Nationen und Völker in die Knechtschaft.

 

Das Gegenteil gilt für das Kreditsystem, wie es in den amerikanischen Kolonien entstand und von Alexander Hamilton in der Verfassung der USA verewigt wurde. Jedesmal, wenn die USA dieses Kreditsystem anwandten, war der wirtschaftliche Fortschritt phänomenal – wenn nicht, stürzten sie in wirtschaftliche Krisen und sogar Depression.

 

Tatsächlich ist die Idee des Kredits untrennbar mit der Vorstellung einer nationalen Regierung und einer Realwirtschaft verbunden. Öffentlicher Kredit ist die Quelle privaten Kredits und ist nicht inflationär. Es beginnt mit der Ausarbeitung konkreter Pläne zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes und der Lebensverhältnisse der Bevölkerung. Bei diesen Projekten wird modernste Technik eingesetzt, um die produktiven Kapazitäten zu verbessern und um die Energieflussdichte der Wirtschaft zu erhöhen. Ein Beispiel dafür ist das gewaltige Projekt der Nordamerikanischen Wasser- und Stromallianz (NAWAPA), ein anderes das Transaqua-Wasserprojekt in Afrika. Solche Großvorhaben verändern die beteiligten Volkswirtschaften von Grund auf.

 

Zur Umsetzung sollte der Staat über eine Nationalbank (bzw. mehrere kooperierende Nationalbanken) Kredite bereitstellen. Dann erhalten die an dem Projekt beteiligten kleineren und größeren Unternehmen über ein streng geregeltes System privater Geschäftsbanken Kredite für ihre Arbeit. Privatbanken leihen den Unternehmen Geld für die Bezahlung von Ausrüstung und Rohmaterial, Löhnen usw. Das schafft wiederum eine Binnennachfrage für Investitionen und Konsum.

 

Produktiver Kredit bedeutet Verschuldung, aber diese Schulden schaffen reale Werte und zahlen sich mittel- bis langfristig selbst zurück. Kredit ist notwendig, wenn das Projekt selbst notwendig ist und wenn es produktive Faktoren beinhaltet. Die Obergrenze für die vergebenen Kredite definiert sich durch die Möglichkeiten zur Steigerung der Arbeitsproduktivität – nicht durch Kostensenkung, sondern durch Verbesserung der Produktivität der Arbeitskräfte. Nur ein Bruchteil des Kredits wird tatsächlich zum Zahlungsmittel, zur Währung.

 

Während Monetarismus auf die Vergangenheit ausgerichtet ist, indem man die Resultate früherer Produktion zu Geld macht, orientiert sich ein Kreditsystem an zukünftiger Wertschöpfung und Vertrauen in die Zukunft. Monetaristische Zahlungsmittel werden geschaffen, indem man vorhandene Güter in Geld verwandelt, dagegen ist in einem Kreditsystem das Wachstum das Zahlungsmittel.

 

Der Euro ist ein extremes Beispiel eines monetären Systems – hier wurde die Währung vollständig vom Kredit abgekoppelt. Ein solches System kann niemals „Stabilität und dauerhaften Wohlstand“ sichern, wie EZB-Chef Mario Draghi dies im Jahre 2013 in einer Rede in London versprach.

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