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Wie mit der NATO verknüpfte Denk­fabriken die EU-Flüchtlings­politik kontrollieren

NATO

Auf den NachDenkSeiten gab es bereits am 9. März 2016 einen Bericht von Jens Berger zum „Merkel Plan“. William Engdahl hat noch einmal tiefer in das Netzwerk dieser „Showveranstaltung“ geblickt und FritztheCat hat der Propagandaschau das freundlicherweise ins Deutsche übersetzt.

Eine Flut von unkontrollierten Kriegsflüchtlingen aus Syrien, Libyen, Tunesien und anderen islamischen Ländern, die durch Washingtons Farbrevolutionen des „Arabischen Frühlings“ destabilisiert wurden, hat die größte soziale Verlagerung in der EU, von Deutschland über Kroatien bis Schweden, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gebracht. Mittlerweile ist den meisten klar geworden, dass etwas Unheilvolles abläuft, etwas das die sozialen Bindungen des inneren Kerns der europäischen Zivilisation bedroht. Was die Wenigsten mitbekommen ist, dass das ganze Drama orchestriert wird. Aber nicht durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und nicht durch die gesichtslosen Bürokraten der Brüsseler EU-Kommission. Es wird durch die Intrigen von NATO-verknüpften Denkfabriken orchestriert.

Am 8. Oktober 2015, während des größten Stroms von Hunderttausenden von Flüchtlingen nach Deutschland aus Syrien, Tunesien, Libyen und anderen Ländern, hat eine wieder selbstbewusste deutsche Kanzlerin in einem bekannten deutschen Fernsehsender verkündet: Ich habe einen Plan“.

 

 

Sie nutzte die Gelegenheit, ihrem Koalitionspartner von der CSU, Horst Seehofer, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Seehofer ist ein hartnäckiger Gegner von Merkels Flüchtlingspolitik der Offenen Arme. Seit dem Frühling kamen allein 2015 in Deutschland mehr als eine Million Flüchtlinge an.

Seitdem hat die deutsche Kanzlerin mit eiserner Entschlossenheit das kriminelle Erdogan-Regime in der Türkei verteidigt, einem wichtigen Partner ihres „Plans“.

Der Großteil der Welt hat mit Verblüffung wahrgenommen, wie sie die Prinzipien der Redefreiheit ignorierte und sich entschieden hat, den bekannten deutschen TV-Comedian Jan Böhmermann für seine satirischen Bemerkungen über den türkischen Präsidenten zum Abschuss freizugeben. Man war erstaunt, dass das Symbol der europäischen Demokratie, die deutsche Kanzlerin, sich für das Ignorieren von Erdogans Verhaftungen von Oppositionsjournalisten und die Schließung von Oppositionsmedien entschieden hat. Während Erdogan mit den Plänen zur Errichtung einer de facto diktatorischen Herrschaft in der Türkei weitermacht. Man war verwirrt, dass die Regierung in Berlin es vorzog, die überwältigenden Beweise zu ignorieren, dass Erdogan und seine Familie die ISIS-Terroristen in Syrien förderten und unterstützten, was eigentlich erst die Flüchtlingskrise ausgelöst hat. Man war erstaunt, dass sie über die EU versucht hat, dem Erdogan-Regime Milliarden Euro zu geben. Um angeblich mit dem Flüchtlingsstrom aus den türkischen Flüchtlingslagern über die Grenze in die EU (Griechenland und weiter) fertig zu werden.

 

Der Merkel-Plan

Diese ganzen anscheinend unerklärlichen Aktionen des einst pragmatischen deutschen Oberhauptes gehen anscheinend auf ihre Annahme eines 14-seitigen Dokuments zurück, das von einem Netzwerk von pro-NATO-Denkfabriken vorbereitet wurde. Mit dem unverschämten Titel „Der Merkel-Plan“.

Was die selbstbewusste deutsche Kanzlerin ihrer Gastgeberin Anne Will und den Zuschauern nicht sagte war, dass „ihr“ Plan ihr erst vier Tage vorher vorgelegt wurde, am 4. Oktober. Der Titel: „Der Merkel-Plan“. Er stammt von einer neu geschaffenen und anscheinend gut ausgestatteten internationalen Denkfabrik namens „European Stability Initiative“ oder ESI. Die Webseite von ESI zeigt, dass sie Büros in Berlin, Brüssel und Istanbul hat.

Es ist verdächtig, dass die Autoren von ESI diesen Plan mit diesem Namen versehen haben. Als käme er aus dem deutschen Kanzleramt und nicht von ihnen. Noch verdächtiger ist der Inhalt dieses „Merkel-Plans“ von ESI. Zusätzlich zu der einen Million Flüchtlinge im Jahr 2015 sollte Deutschland „zustimmen, in den kommenden 12 Monaten 500.000 in der Türkei registrierten syrischen Flüchtlingen Asyl zu gewähren“. Zusätzlich „sollte Deutschland zustimmen, türkische Forderungen zu akzeptieren…und einen sicheren Transport für aussichtsreiche Asylbewerber zu gewähren…die bereits von türkischen Behörden registriert wurden…“ Und schließlich: „Deutschland soll der Türkei helfen, 2016 die visafreie Reise zu ermöglichen.“

Der sogenannte „Merkel-Plan“ war ein Ergebnis der USA und der mit der NATO verknüpften Denkfabriken und Regierungen von NATO-Mitgliedern oder Anwärtern. Der Grundsatz „folge dem Geld“ gibt in diesem Fall Aufschluss darüber, wer heute wirklich die EU bestimmt.

 

Der Merkel Plan
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ESI

ESI entstand aus den von der NATO geführten Bemühungen, Südosteuropa nach dem US-Krieg in Jugoslawien während der 90er zu transformieren. Er führte zur Balkanisierung des Landes und der Errichtung einer mächtigen US- und NATO-Basis, Camp Bond Steel im Kosovo.

Der gegenwärtige ESI-Vorsitzende und direkt für den endgültigen Merkel-Plan Verantwortliche ist der in Istanbul stationierte österreichische Soziologe Gerald Knaus. Knaus ist ebenfalls Mitglied im European Council on Foreign Relations (ECFR) und ein Mitglied der Open Society.

ECFR wurde 2007 in London gegründet und ist ein Abbild des einflussreichen New Yorker Council on Foreign Relations. Der wurde 1919 während der Versailler Friedensverhandlungen von Rockefeller und JP Morgan gegründet, um eine globale anglo-amerikanische Außenpolitik zu koordinieren. Bezeichnenderweise ist der Schöpfer und Geldgeber des ECFR der amerikanische Multimilliardär und Farbrevolutions-Finanzier George Soros. In praktisch jeder vom US Außenministerium unterstützten Farbrevolution seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, darunter Serbien 2000, Ukraine, Georgien, Brasilien und Russland, waren George Soros und die Ableger seiner Open Society Foundation beteiligt. Sie haben im Geheimen „demokratische“ NGOs und Aktivisten finanziert, um pro-Washington und pro-Nato Regime zu installieren.

Zu den ausgewählten Mitglieder des Londoner ECFR, die sogenannten Council Members oder Mitarbeiter, gehören der stellvertretende ECFR Vorsitzende Joschka Fischer, der frühere grüne deutsche Außenminister, der seine Partei 1991 dazu überredete, Bill Clintons illegale Bombardierung Serbiens zu unterstützen – ohne Deckung des UN Sicherheitsrates.

Weitere Ratsmitglieder von Soros’ Denkfabrik European Council on Foreign Relations sind: Der frühere NATO Generalsekretär Xavier Solana. Der entehrte Plagiator und frühere deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Annette Heuser, Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung in Washington. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Cem Özdemir, Bündnis 90/Die Grünen. Alexander Graf Lambsdorff, FDP, Mitglied des EP. Michael Stürmer, Chefkorrespondent der Welt. Andre Wilkens, Direktor der Mercator-Stiftung. Der Päderastenverfechter Daniel Cohn-Bendit aus dem Europäischen Parlament (Cohn-Bendit, bekannt als „der rote Danny“, war während der französischen Studentenrevolte 1968 Mitglied der autonomen Gruppe „Revolutionärer Kampf“ in Rüsselsheim, zusammen mit seinem engen Verbündeten Joschka Fischer, dem heutigen ECFR-Vorsitzenden. Die beiden war an der Formation des „Realo“-Flügels der Grünen beteiligt.)

Die Open Society Foundations sind das Netzwerk der steuerbefreiten, „demokratiefördernden“ Stiftungen, die von Soros nach dem Zerfall der Sowjetunion geschaffen wurden, um den „freien Markt“, die pro-IWF Marktliberalisierung in den früheren kommunistischen Ökonomien zu befördern. Was der systematische Plünderung der Bodenschätze und der Energie dieser Länder Tür und Tor öffnete. Soros war Hauptfinanzier des liberalen Wirtschaftsteams von Boris Jelzin, darunter der Harvard „Schocktherapie“-Ökonom Jeffrey Sachs und der liberale Berater von Jelzin, Yegor Gaydar.

Es wird bereits deutlich, dass der „Merkel-Plan“ in Wahrheit ein Soros-Plan ist. Aber es gibt noch mehr, wenn man die noch düsteren Ziele hinter diesem Plan verstehen will.

Die Gründer von ESI

Die Denkfabrik „European Stability Initiative“ des mit Soros verbündeten Gerald Knaus wird von einer beeindruckenden Liste von Geldgebern finanziert. Ihre Webseite nennt sie.

Auf der Liste stehen neben der Open Society Foundations von Soros die mit Soros verbandelte deutsche Mercator Stiftung und die Robert Bosch Stiftung. Zu den ESI Geldgebern gehört auch die EU Kommission. Und erstaunlicherweise steht auf der Geldgeberliste für den Merkel-Plan auch eine Organisation mit dem Orwellschen Namen „The United States Insitute of Peace“.

Forscht man etwas nach dann zeigt sich, dass das United States Institute of Peace alles andere als einen friedfertigen Hintergrund hat. Vorsitzender des United Institute of Peace ist Stephen Hadley, früherer Nationaler Sicherheitsberater während der Neokon- Kriegsregierung von Bush/Cheney. Zum Beirat gehören Ashton B. Carter, der kriegstreibende Neokon-Verteidigungsminister, Außenminister John Kerry, Generalmajor Frederick M. Padilla, Präsident der National Defense University. Das sind ein paar sehr erfahrene Architekten der US-Pentagon Strategie „Full Spectrum Dominance“ zur militärischen Vorherrschaft.

Die ESI-Autoren des „Merkel-Plans“ zählen neben der Großzügigkeit der Soros-Stiftungen auch den German Marshall Fund of the US als Hauptgründer auf. Wie ich in meinem Buch „The Think Tanks“ beschrieben habe, ist der German Marshall Fund alles andere als deutsch. Er hat seinen Sitz in Washington, D.C. und in meinem Buch schreibe ich: „Es handelt sich um einen amerikanischen Think Tank mit Sitz in Washington, D.C. Im Grunde genommen ist sein Plan die Dekonstruktion Nachkriegs-Deutschlands und im weiteren Sinn der souveränen Staaten Europas, damit sie besser in die Globalisierungspläne der Wall Street passen.“

Der German Marshall Fund of Washington war nach 1990 bei den US-Zielen zu den Regimewechseln rund um den Globus involviert. Zusammen mit dem US-Geschöpf „National Endowment for Democracy“ (NED), den Soros Foundations und der CIA -Außenstelle namens USAID. Wie ich in meinem Think Tank-Buch beschrieben habe:

„Nach den Angaben aus seinem Jahresbericht 2013 liegt das Hauptaugenmerk des German Marshall Fund auf der Unterstützung der Pläne des US Außenministeriums für die Aktionen der sogenannten „Demokratieförderung“ in früheren kommunistischen Staaten in Ost- und Südosteuropa, vom Balkan bis zur Ostsee. Ihre Arbeit enthält explizit die Ukraine. In den meisten Fällen haben sie mit USAID zusammengearbeitet. Eine allgemein bekannte CIA-Front mit Verbindungen zum US Außenministerium. Und dazu die Stewart Mott Foundation, die die von der US-Regierung unterstützte National Endowment for Democracy finanziert.“

Das alles sollte einen zum Nachdenken bringen, wer und wozu den Merkel-Erdogan-Deal zur Lösung der EU Flüchtlingskrise eingefädelt hat. Ist es ein Sozialexperiment der Rockefeller-Bush-Clinton Fraktion, um quer durch die EU Chaos und soziale Konflikte zu schaffen, während gleichzeitig ihre NGOs, z.B. NED, Freedom House und die Soros Foundations in Syrien, in Libyen und in der gesamten islamischen Welt zündeln? Ist Deutschland in der Zeit nach 1990 nur ein „Vasall“ der US-Macht, wie es der frühere Präsidentenberater und Rockefeller-Spezi Zbigniew Brzezinski nannte? Momentan sprechen die Beweise sehr stark dafür. Die Rolle der Denkfabriken, die mit den USA und der NATO verbunden sind, ist von zentraler Bedeutung um zu verstehen, wie die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union in Wahrheit von jenseits der atlantischen Brücke kontrolliert werden.


Frederick William Engdahl, üblich: F. William Engdahl, (* 9. August 1944 in Minneapolis [1]) ist ein deutsch-amerikanischer Publizist, Wirtschaftsjournalist und Dozent.

 

 

Damaskus übt scharfe Kritik an Washington wegen Entsendung von 150 Militärs

Damaskus

Damaskus (IRNA) – Die Entsendung von 150 US-Soldaten nach Syrien ist, Angaben des syrischen Außenministeriums zufolge, eine klare und illegale Intervention, und geschieht ohne die Genehmigung der syrischen Regierung.

„Damaskus lehnt diesen Eingriff, der mit der syrischen Regierung nicht abgestimmt wurde, kategorisch ab. Wir betrachten diesen Schritt als eine eklatante Aggression und Verletzung der nationalen Souveränität der Arabischen Republik Syrien“, heißt es in einer Pressemeldung des syrischen Außenministeriums. Das Volk und die Regierung Syriens werden den Kampf gegen die IS-Terroristen und die al-Nusrah-Front und die anderen untergeordneten Terrorgruppen fortsetzen, und rufen die Weltgemeinschaft auf, Maßnahmen gegenüber dieser klaren US-Intervention zu treffen.

Wie der stellvertretende Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Ben Rhodes, zuvor bestätigte, hat Barack Obama beschlossen, 250 Soldaten zur Unterstützung der US-Verbündeten in Syrien bei der Bekämpfung der Terrorgruppierung „Islamischer Staat“ einzusetzen.

US Aggression

Der Beschluss der USA, 250 Soldaten nach Syrien zu schicken, sind nach Angaben des iranischen Verteidigungsministers Einmischung und Aggression und widerspricht den Völkerrechtsnormen.

„Wer hat die Amerikaner zu einer Reise dorthin eingeladen? Welches Ziel verfolgen sie?“, fragte Hossein Dehghan am Mittwoch in einem Interview mit dem Fernsehsender RT.

Der US-Präsident Barack Obama hat in den letzten Tagen in Hannover die Stationierung von 250 Soldaten in Syrien angekündigt. Sie sollen zur Unterstützung der US-Verbündeten bei der Bekämpfung der IS-Terrormiliz eingesetzt werden, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater des US-Präsidenten, Ben Rhodes.

NATO-Osterweiterung wird nicht unbeantwortet bleiben!

Russlands Außenminister Lawrow verspricht "entsprechende Reaktion" auf NATO-Osterweiterung

Die Nato hatte im Frühjahr 2014 vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise jede militärische Zusammenarbeit mit Russland auf Eis gelegt. Seitdem baute das nordatlantische Militärbündnis neue Militärstützpunkte und verstärkte seine Truppen in Osteuropa.

Russland sieht darin einen Verstoß gegen die Nato-Russland-Grundakte von 1997, die eine auf Dauer angelegte umfangreiche Stationierung von Nato-Truppen in Osteuropa untersagt. Im Herbst hielt die Nato mit „Trident Juncture” die größte Militärübung seit dem Kalten Krieg ab — nach eigenen Angaben, um Russland zu warnen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat im Gespräch mit der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“ betont, dass Moskau auf das Heranrücken der militärischen NATO-Infrastruktur an die russischen Grenzen mit entsprechenden Gegenmaßnahmen reagieren wird. Ebenso äußerte er sich zu den möglichen Folgen einer NATO-Mitgliedschaft Schwedens.

„Wir haben schon immer gewarnt, dass die Politik der ewigen Osterweiterung der Allianz die Tatsache impliziert, dass wir natürlich erforderliche militärtechnische Maßnahmen ergreifen werden, wenn die NATO-Infrastruktur weiter an die russischen Grenzen heranrücken wird“, erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow im Gespräch mit der schwedischen Tageszeitung „Dagens Nyheter“:

„Man hat uns immer gesagt, dass die NATO keineswegs vorhabe, irgendwelche Maßnahmen zum Nachteil der russischen Sicherheit zu treffen. Abgesehen davon, dass es keine Vorhaben gibt, wird man wohl doch davon ausgehen müssen, was wir mit unseren eigenen Augen sehen. Und zwar: die Militärinfrastruktur ist direkt an unserer Pforte stationiert.“

Dem russischen Diplomaten zufolge seien die Erklärungen darüber, dass Russland unweit der NATO immer häufiger gefährlich agiere, ein gewissenloser Versuch, alles auf den Kopf zu stellen: 

Inzwischen rückt die Militärinfrastruktur der NATO trotz der Verpflichtungen uns gegenüber immer näher an unsere Grenzen heran. Wenn wir aber Maßnahmen ergreifen, um unsere Sicherheit zu gewährleisten, sagt man uns, dass Russland unweit der Allianzgrenzen gefährlich agiere. Es sind allerdings die NATO-Grenzen, die an uns heranschleichen.“

So hätten die russischen Su-24-Jagdflugzeuge, die an einem US-Zerstörer in der Ostsee vorbeigeflogen waren, völlig legal gehandelt. „Unsere Flugzeuge haben dort im internationalen Luftraum absolut legale Übungsflüge absolviert“, betonte der russische Chef-Diplomat gegenüber dem Blatt und wies auf das 1972 zwischen den USA und der UdSSR abgeschlossene Flugsicherheitsabkommen hin.

Gefragt zu einer möglichen NATO-Mitgliedschaft Schwedens antwortete Lawrow: 

„Sollte Schweden der NATO beitreten, dann würden wir nicht auf den Gedanken kommen, dass die Schweden uns angreifen möchten. Ich versichere das. Da aber die schwedische Militärinfrastruktur in diesem Fall dem NATO-Oberkommando unterstehen würde, müssten wir natürlich an unseren nördlichen Grenzen auf alle erforderlichen militärtechnischen Maßnahmen zurückgreifen. Ausgehend davon, dass jenseits der Grenze ein militärisch-politischer Block liegt, der Russland für eine Bedrohung hält und es mit allen Mitteln eindämmen will.“

Konkrete Entscheidungen müssten in diesem Fall das Verteidigungsministerium und der Generalstab Russlands treffen:

„Eine Sache ist, wenn deine nördlichen Nachbarn neutrale Staaten sind, eine ganz andere – wenn sie Mitglieder des Atlantischen Bündnisses sind, das sich in der letzten Zeit eindeutig zum Ziel gesetzt hat, Russland einzudämmen, und es als ʻHauptgefahrʼ bezeichnet.“

„Was Schweden betrifft, so bestätigen wir das Recht jedes Staates, selbstständig, ausgehend von seinen nationalen Interessen zu entscheiden, welche Formen der Sicherheit ihm recht sind. Vielleicht wäre es sinnvoll, das Volk danach zu fragen. In Montenegro wollte man nicht das Volk befragen. Nehmen wir dieses Beispiel. Wie kann Montenegro zur Sicherheit der NATO beitragen? Es gibt keine Antwort auf diese Frage“, bemerkte der russische Chefdiplomat. Dagegen liege auf der Hand, warum das Atlantische Bündnis Montenegro so brauche.

„Die Antwort ist sehr einfach, obwohl man sie auszusprechen meidet und sich hinter den Plattheiten versteckt, dass es sich dabei um eine Erweiterung der Raums der Sicherheit und der Demokratie handele. Tatsächlich versucht man, möglichst viel geopolitischen Raum zu erschließen und dabei die Länder einzukreisen, die mit der NATO nicht in allen Fragen übereinstimmen. Zum Beispiel Russland und Serbien“, resümierte Lawrow.

Quellen: RT-deutsch und Sputniknews

Was hinter der Inflationsentwicklung in Russland steckt

Inflationsentwicklung-in-Russland

Inflationsentwicklung – Der Preisanstieg in Russland hat sich mehr als halbiert – ist jetzt Zeit für weitere Zinssenkungen?

 

Am heutigen Freitag, den 29. April entscheidet die russische Zentralbank darüber, ob sie den Leitzins erstmals seit August 2015 wieder ändert (UPDATE: Sie hat sie nicht geändert). Es wurde dabei eine Senkung des Leitzinses gefordert, weil die Inflation zuletzt deutlich zurückgegangen sei. Wir haben hier die Hintergründe der Inflationsentwicklung in Russland der letzten beiden Jahre für Sie aufbereitet und widmen uns folgenden Fragen: 

 

  • Was steckt hinter dem Inflationsschub im letzten Jahr und dem zuletzt raschen Rückgang des Preisanstiegs?
  • Was tut die Zentralbank gegen die Inflation?
  • Sollen die Zinsen weiter gesenkt werden?

Im März waren die russischen Verbraucherpreise nur noch 7,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Für die russische Volkswirtschaft, die weiterhin in der Rezession steckt, ist die Inflation damit sicher immer noch zu hoch. Vor einem Jahr, im März 2015, war der Anstieg der Verbraucherpreise aber noch mehr als doppelt so stark (16,9 Prozent).

Wichtigste Inflationstreiber im Jahr 2015 waren der Rückgang des Rubelkurses und das Verbot von Lebensmitteleinfuhren durch die russische Regierung.

 

Inflation Breakdown
Diese monatlich aktualisierte Thomson-Reuters-Grafik des Anstiegs der Verbraucherpreise in Russland insgesamt, der Nahrungsmittelpreise und der Verbraucherpreise ohne Nahrungsmittel finden Sie hier (Grafik von der Website eingebunden).

 

Rubel-Abwertung verteuerte Importe

 

Der Rubel war wie die Währungen anderer Schwellenländer bereits 2013 verstärkt unter Druck geraten. Mit der Ankündigung der Straffung der Geldpolitik in den USA floss viel Kapital aus Russland ab – schon dies ließ den Rubelkurs sinken.

2014 begann der drastische Einbruch der Ölpreise. 2015 beschleunigte er sich. Im Jahresdurchschnitt war der Preis für russisches Urals-Öl mit 51,2 Dollar je Barrel rund 48 Prozent niedriger als 2014 (97,6 Dollar / Barrel).

Ölpreis (Barrel der Sorte Urals) im Jahresdurchschnitt:

  • 2014: 97,6 Dollar
  • 2015: 51,2 Dollar

Eng verbunden mit der Halbierung der Ölpreise und dem Rückgang anderer Rohstoffpreise setzte sich die Rubel-Abwertung 2015 fort. Im Jahresdurchschnitt wertete der Rubel gegenüber dem Dollar um 37,4 Prozent ab. Einfuhren nach Russland verteuerten sich in Rubel entsprechend stark.

Importverbot verknappte Angebot: Nahrungsmittelpreise explodierten

 

Mit den russischen Gegensanktionen auf Lebensmittel stiegen die Preise.
Mit den russischen Gegensanktionen auf Lebensmittel stiegen die Preise.

Neben der Rubelabwertung wirkt das Verbot der Einfuhr von Nahrungsmitteln preistreibend. Die russische Regierung hatte es im August 2014 als Antwort auf westliche Sanktionen erlassen. Plötzlich fehlte in den Regalen ein erheblicher Teil des Angebots. Mit der Verknappung stiegen die Preise.

Vor einem Jahr, im März 2015, waren Nahrungsmittel deswegen 23 Prozent teurer als 12 Monate zuvor. Im Jahresdurchschnitt 2015 stiegen die Nahrungsmittelpreise um 19,1 Prozent.

Monatliche Inflation der Konsumentenpreise in Russland
in Prozent im Vergleich zum Vormonat

 

Preisentwicklung
Monatliche Inflation Russland Create column charts – Quelle: Saxo Bank

 

 

Inflationsschub im Winter 2014/2015 drückte privaten Verbrauch

 

Besonders rasch stiegen die Preise im Winter 2014/2015. In der Spitze verteuerten sich die Güter für den privaten Verbrauch damals allein im Monat Januar 2015 gegenüber Dezember um 3,9 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2015 ließen die Abwertung des Rubel und die Einfuhrverbote die Verbraucherpreise 2015 doppelt so schnell steigen (+15,5 Prozent) wie 2014 (+7,8 Prozent).

Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt:

  • 2014: 7,8 Prozent
  • 2015: 15,5 Prozent

Die Einkommen stiegen nominal weit schwächer als die Preise. Real sanken sie deutlich. Der Inflationsschub schwächte die Kaufkraft der Verbraucher. Der Verbrauch der privaten Haushalte war 2015 preisbereinigt 9,6 Prozent niedriger als 2014. Der Einzelhandelsumsatz sank trotz der starken Preissteigerungen 2015 um 10 Prozent.

Nachfrageeinbruch und Rubelanstieg drücken Teuerungsrate

 

Der drastische Nachfrageeinbruch begrenzt die Möglichkeiten für weitere Preiserhöhungen. Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln hat sich inzwischen deutlich abgeflacht, auch weil russische Produkte Importe aus dem Ausland teilweise ersetzen. Im März 2016 waren die Nahrungsmittelpreise „nur“ noch 5,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Ihre Verteuerung ist damit inzwischen sogar geringer als der Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt (+7,3 Prozent).

Hinzu kommt: Die Ölpreise haben im Januar 2016 ihr Tief durchschritten und sich deutlich erholt. Damit ist auch der Rubel-Kurs gestiegen. Im März wertete er gegenüber dem US-Dollar im Vergleich zum Februar um 9,6 Prozent auf. Mit einer gewissen Verzögerung dürfte die Aufwertung preisstabilisierend wirken.

Was tat die Zentralbank gegen den Inflationsschub?

 

Vor allem versuchte sie, mit Zinserhöhungen die inflationstreibende Abwertung zu bremsen. Als der Rubel im Dezember 2014 unter verschärften Abwertungsdruck geriet und sich die monatliche Inflation kräftig verschärfte, hob sie den Leitzins auf 17 Prozent an. Hohe Zinsen verteuern aber Kredite für Investitionen und erschweren eine Belebung des Wachstums. Als die monatlichen Inflationsraten im Verlauf des ersten Halbjahres 2015 rasch abnahmen, nutzte die Zentralbank den Handlungsspielraum und senkte den Leitzins in 5 Schritten bis August 2015 auf 11,0 Prozent.

Entscheidung für mehr Wechselkursvolatilität ohne Stützungskäufe

 

Auf Devisenverkäufe zur Stützung des Rubel verzichtet die Zentralbank seit Anfang 2015. Ein weiterer Rückgang der Devisenreserven wurde so vermieden. Sanken die Währungsreserven (inkl. Gold) 2014 noch deutlich um rund 25 Prozent, verringerten sie sich im Verlauf des Jahres 2015 nur noch um rund vier Prozent. Bis Mitte April 2016 hat sich der Bestand der Währungsreserven (einschl. Gold) sogar auf 386,2 Milliarden US-Dollar erholt – ein Anstieg um rund 10 Prozent seit dem Tief ein Jahr zuvor (351 Milliarden Dollar).

Zu den Währungsreserven zählen auch der Reservefonds (Stand 1. April 2016: 50,6 Milliarden Dollar) und der Wohlfahrtsfonds (Stand 1. April 2016: 73,18 Milliarden Dollar). Die Fonds stellen mit insgesamt 124 Milliarden Dollar knapp ein Drittel der Reserven dar.

Für ihre flexible Wechselkurspolitik erhielt die Zentralbank viel internationale Anerkennung. Die Weltbank meinte in ihrem „Russia Economic Report“ Anfang April, dass die Wechselkursflexibilität die Anpassung der russischen Wirtschaft an veränderte Bedingungen erleichtert habe. Die deutliche Abwertung des Rubel stärke die preisliche Wettbewerbsfähigkeit russischer Produkte und mache einige Branchen international konkurrenzfähiger.

Weitere Zinssenkungen für mehr Wachstum?

 

Letztmals senkte die Zentralbank den Leitzins im August 2015. Aus der Wirtschaft und dem russischen Wirtschaftsministerium kommen Forderungen nach Leitzinssenkungen, um der russischen Wirtschaft Wachstumsimpulse zu geben.

Zentralbank-Präsidentin Nabiullina hat in den letzten Wochen jedoch den Eindruck hinterlassen, dass sie den Zeitpunkt für eine weitere Lockerung der Geldpolitik noch nicht gekommen sieht. Kürzlich wiederholte sie ihre Bedenken, der Rückgang der Inflationsrate könne bei 6 bis 7 Prozent stocken. Dies sei zu hoch für profitable langfristige Investitionen. Die Zentralbank sei entschlossen, die Inflationsrate wie angestrebt bis Ende 2017 auf vier Prozent zu senken. 2015 hatte die Zentralbank zum vierten Mal in Folge ihr Inflationsziel verfehlt.

Demgegenüber wurden aus dem Wirtschaftsministerium auch neue Prognosen aus einem „Basisszenario“ bekannt. Dort wird bis Ende 2017 ein schwächerer Rückgang der Inflationsrate auf 4,9 Prozent angenommen. Erst Ende 2019 soll laut Basisszenario des Wirtschaftsministeriums die Inflationsrate auf vier Prozent sinken.

Ein häufiger Streitpunkt zwischen wachstumsorientierten Wirtschaftsministerien und „Stabilitätswächtern“ in den Zentralbanken: Wie viel Inflation tut dem Wachstum gut?

Quellen:

Bilder: Simon Schütt


Ist Jazenjuk nach Argentinien geflohen?

Jazenjuk

Keine Spur von Arsenij Jazenjuk

 

In seiner Luxus-Wohnung in der Straße Myrnogo ist Jazenjuk seit Mitte der letzten Woche nicht mehr gesehen worden. “Wahrscheinlich ist er auf dem Land: im Sommer lebt er dort, zum Beispiel war er im letzten Jahr schon mehrere Male hier erschienen” – sagte uns sein Nachbar – “Hier kommen morgens immer 2 Autos um nach dem Rechten zu sehen. Sie steigen mit Hunden aus, machen ihre Runde und fahren wieder.”

Doch im Dorf Petrivtsi, wo die Datscha des ehemaligen Premierministers neben Mezhyhiria dem früheren Präsidenten steht, wurde Jazenjuk auch nicht gesehen.

 

“Nach seiner Pensionierung hat er sich nicht gezeigt hier oben. Anzeichen dafür, dass er nach Hause kommen würde, Fehlanzeige – aber ich habe ich kann mir nicht vorstellen, dass er seinen Landsitz aufgeben würde”, sagte er.

 

Flug nach Argentinien?

 

Wann und vor allem wer wird endlich beginnen die Mittel zu nutzen ist hier die Frage. Im Parlament sagen sie, dass Jazenjuk noch in Kiew sei. Wie gesagt, bei “Vesti” ist Kaplin stellvertretender “Sprecher” für Jazenjuk in Lateinamerika. “Nach meinen Informationen, flog Jazenjuk nach Argentinien. Nur ist es eine Reise für die Freizeit oder eine Flucht? – ich weiß es nicht. Auch wann und ob er überhaupt zurück kommen wird, weiß ich nicht”– sagte uns Kaplin.

Bestätigungen dieser Aussagen sind fehlgeschlagen: Jazenjuks Pressesprecher, Olga Lappo, reagiert nicht auf unsere Anrufe.

 

 

Quelle: vesti-ukr.com

Übersetzung von Ingo Trost

Co-Parenting: Wer spricht für die Kinder?

Kinder

Von Rüdiger Lenz, Nichtkampf-Prinzip.

“Das Gegenteil von gut ist nicht böse, sondern gut gemeint.“ Kurt Tucholsky

 

Vater, Mutter, Kind, Familie?

Beginnen wir mit einem Beispiel: Eine Frau und ein Mann sind befreundet. Das müssen beide jedoch nicht sein. Aber nehmen wir mal an, beide kennen sich. Sie sind aber nicht aneinander so interessiert, dass sich beide ineinander auch verlieben wollen. Verlieben, das ist nicht die Voraussetzung für das, was sie einen soll. Es ist der gemeinsame Kinderwunsch. Beide wollen ein Kind umsorgen und manchmal auch zu dritt Familie leben (spielen wäre vermutlich genauer ausgedrückt). Aber nur sporadisch, nicht dauerhaft. Sie gehen nun zu einem Verein, der heißt Kinderglück ohne Kindersorgen und mieten dort quasi für drei Stunden ein Kind ihrer Wahl. Spielen mit ihm, umsorgen es und bringen es dann wieder zurück. Zu wem? Zu den anderen Eltern, die sich das Elternsein mit, sagen wir, sechs Elternteilen aufteilen; vier Frauen, zwei Männer und vier Kinder – keines der Kinder ist von den Erwachsenen selbst gezeugt worden, aber insgesamt sind sie eine Familie.

Kommen Sie noch mit oder denken Sie „Was soll denn dieses blöde Gedankenexperiment!“ Es wird noch kruder. Warten Sie ab. Aber stehen Sie nicht. Bitte setzen Sie sich hin.

Denken wir weiter: Sie wollen ganz alleine bleiben und treten als Samenspender für eine Frau auf, die Mutter werden will, aber keinen Vater für das Kind braucht. Ab und an kommen sie nach der Geburt des Kindes als Freund der Familie (diesmal drei Frauen als Eltern) zu Besuch und das Kind wird nie erfahren, dass Sie der Vater sind. Abgemacht ist schließlich abgemacht. Andere Männer und Frauen kommen ebenfalls zu Besuch oder als aktiver und oder passiver Elternteil vorbei und umsorgen das Kind. Der Variationen sind bei Co-Parenting keine Schranken gesetzt.

Familie, so ruft es aus den USA, ist individualisierbar. Eigentlich sein genaues Gegenteil. Aber da noch niemand einen wirklichen Begriff für dieses seltsame Begehren „toleranter Elterndarsteller mit Extremindividualisierungsanspruch“ gefunden hat, framed man diesen Irrsinn positiv als Familie der Zukunft und alle Skeptiker wie gehabt, werden als irgendwie rechtslastig eingenordet.

So manche Linksgruppierung und große Teile der Olivgrünen haben darin schließlich Übung und eine Menge Erfahrung, wie man mit dem Schreckvolk der Deutschen ins Vernehmen und Benehmen geht: „Wer nicht für uns ist, ist Nazi, basta!“

Sie denken ich scherze!? Lesen Sie weiter.

 

Denken Sie nicht so lange darüber nach, was ich hier schreibe. Das bringt nichts. Der Trend des „Co-Parenting“ kommt, wie fast alles Geldgute, aus den Staaten und hat Deutschland längst erfasst. Seit 2011 gibt es Co-Parenting auch in Deutschland. Z. B. unter der Internetadresse www.familyship.org firmiert dieses neue Familienmodell, das ursprünglich die Idee hatte, gleichgeschlechtlichen Paaren einen Kinderwunsch zu erfüllen. Daneben wollten die Gründerinnen Miriam Förster und Christine Wagner ein alternatives Modell von Familie ins Leben rufen. Christine Wagner antwortet (auf www.startingup.de nachzulesen) auf die Frage „Bitte erkläre unseren Lesern kurz das Konzept Eurer Plattform. Wie funktioniert es?“:

„Familyship ist eine Website, auf der es möglich ist, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die auf freundschaftlicher Basis eine Familie gründen möchten. Da kann man Schlagworte nennen wie Co-Parenting oder Regenbogenfamilie oder Queer-Family oder auch Patchwork-Familie. Letztlich geht es um die Umsetzung eines alternativen Familienmodells, das zwischen den biologischen Elternteilen nicht auf Liebesbasis fußt und von Partnerschaft entkoppelt ist. Man richtet sich also ein Profil ein, kann ein Foto hochladen, gibt den Wohnort an und das Alter und überlegt sich, welche Rolle man gerne später einnehmen möchte. Beispielsweise Vater mit Onkelfunktion oder Mutter mit Tantenfunktion oder aktive Mutter oder Yes-Samenspender. Leihmutterschaft und No-Samenspenden schließen wir aus.“

Weiter fragt Startingup: „Beim Co-Parenting sind viele verschiedene Rollen möglich – kannst Du sie kurz erläutern?“ Und Christine Wagner antwortet:

„Co-Parenting bedeutet, dass es mindestens zwei Menschen gibt, die sich, in welchem Umfang auch immer, um das Kind kümmern wollen. Das reicht in unserem Verständnis von Bei-Bedarf-mal-zum-Kaffee-Treffen bis zum Zusammenwohnen. Die Modelle, die dahinterstehen, sind letztendlich so individuell wie die Menschen hinter den Profilen. Beispielsweise gibt es da die 39-jährige Frau, sie hat womöglich studiert und danach ein Praktikum gemacht, dann folgte der Berufseinstieg, anschließend die ersten Jahre zum Fuß-Fassen und dann scheitert plötzlich die letzte langjährige Beziehung mit ihrem Freund und sie ist plötzlich Single und hat trotzdem einen Kinderwunsch und, biologisch gesehen, tatsächlich nicht mehr allzu viel Zeit. Vielleicht sucht sich diese Frau nun einen schwulen Mann oder ein schwules Paar, weil sie nicht in emotionale Verstrickungen geraten möchte mit dem Kindsvater und gleichzeitig aber auch nicht alleine verantwortlich sein will.

Oder es gibt einen Mann, der gerne Kinder hätte, aber sich nicht als Familienmensch versteht. Dieser Mann würde sich vielleicht ein lesbisches Paar suchen, das sich wünscht, dass das Kind regelmäßig Kontakt zum Vater hat, den Lebensmittelpunkt aber bei den Frauen behält. Oder es gibt eine lesbische Single-Frau, die einen schwulen Single-Mann sucht, oder zwei Männer suchen zwei Frauen, oder eine heterosexuelle Frau sucht einen heterosexuellen Mann und wer weiß, vielleicht verlieben sie sich ja doch und wenn nicht, ist das nicht schlimm, weil im Zentrum ihres Kennenlernens der gemeinsame Kinderwunsch stand. So oder so ist viel denkbar. Zentral jedenfalls ist der Kinderwunsch.“

(Quelle: http://www.starting-up.de/news/gruender-der-woche/gruender-der-woche-familyship.html)

Alternativen für Familie

Zentral ist also der Kinderwunsch bei Erwachsenen – nicht etwa der Elternwunsch von Kindern. Was die Präferenzen aus Sicht des Kindes in den Vordergrund rücken würde. Jetzt verstehen Sie, worum es sich bei dem Co-Parenting handelt. Natürlich kann heute niemand etwas dagegen haben, wenn gleichgeschlechtliche Paare sich ein Kind wünschen und dieses adoptieren können. Es geht hier um folgendes, was Christine Wagner, die Gründerin von Familyship, auf den Punkt gebracht hat: „…vielleicht verlieben sie sich ja doch und wenn nicht, ist das nicht schlimm, weil im Zentrum ihres Kennenlernens der gemeinsame Kinderwunsch stand. So oder so ist viel denkbar. Zentral jedenfalls ist der Kinderwunsch.“

D. h., niemand fragt das Kind. Niemand bedenkt dabei die Ergebnisse aus der Bindungsforschung. Niemand bindet bei dieser Idee des Co-Parenting die Biologie der Familie mit ein. Kinder brauchen feste Bindungen zu festen Bezugspersonen. Nicht nur Kinder reifen an ihren Eltern. Auch Eltern reifen an ihren Kindern. Das ist ein sich selbst organisierender und an Erfahrung reifender Prozess aller Familienmitglieder. Feste Bindungen. Und nicht sporadische Kaffeekranzbekanntschaften.

Kinder können nur zu starken Erwachsenen werden, wenn ihnen zumindest ein Elternteil oder eine Bezugsperson von Geburt an begleitet und diesen Menschen ganz genau kennt. Eine tiefe Bindungsbeziehung zu ihm hat und mit dem Kind durch dick und dünn geht. Kinder betreuen ist kein Hobby und Betreuung gelingt auch nicht mal so nebenher. Und schon gar nicht, wenn viele dies als nebenher betreiben und meinen, die Tageszeit des Kindes sei ja dadurch eben erlebbar und vor allem bunt betrieben worden. Schauen wir uns kurz einmal auf Familyship an, wer wie Kinder mit Co-Parenting betreuen kann:

Co-Parenting: Auf Familyship findest du Menschen, die eine Familie auf freundschaftlicher Basis gründen.
Aktiver Vater: Auf Familyship sind Menschen registriert, die den Wunsch haben eine Familie zu gründen und aktiv Vater zu sein.
Passiver Vater: Manche Nutzer auf Familyship möchten eine Familie gründen und hierbei nur eine Nebenrolle für das Kind spielen.
Yes-Samenspender: Auf Familyship sind auch Männer angemeldet, die als Yes-Samenspender Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen.
Aktive Mutter: Hier findest du Frauen, die auf der Suche nach einem Mann sind, der mit ihnen eine Familie gründet – ganz ohne Beziehung.
Passive Mutter: Zugegebener Maßen ist es selten, aber einige unserer Nutzerinnen möchten für ihr Kind nur eine Tantenfunktion einnehmen.
Finde Austausch: Beim Co-Parenting gibt es zahlreiche Aspekte, die bedacht sein wollen – vom rechtlichen bis zum Praktischen.
Partner/in: Vielleicht ergibt sich bei der Suche nach einem Familien-Partner ja auch mehr; jeder Nutzer kann angeben, ob er hier auch die Augen nach einem potentiellen Partner offenhalten möchte. (Quelle: www.familyship.org)

Jetzt überlasse ich es dem Leser dieses Artikels, sich Optionen von Co-Parenting einmal beliebig vorzustellen. Familie, und das ist das Entscheidende, ist bei Co-Parenting nicht das, was wir bisher allgemein damit assoziiert haben. Zwei Elternteile, die sich der Verantwortung im vollen Umfang bewusst sind und Bindungsdichte beim Kind erzeugen wollen. Wobei es unterschiedliche Meinungen dazu gibt, ob die Betreuung von leiblichen Eltern, von Pflegeeltern oder gleichgeschlechtlichen Eltern vollzogen wird. Die Qualität der Elternschaft ist entscheidend.

Wichtig bei einer gesunden Entwicklung eines Kindes ist die Bindungsdichte, die über die Eltern oder Betreuer erzeugt wird. Wie soll eine solche Bindung gelingen, wenn die dort definierten Eltern selbst aber keine Bindung eingehen wollen? Auch das zeigt die Bindungsforschung: Kinder erlernen ihr eigenes Verhalten aus dem Bindungsverhältnis der Eltern. Ist dies lapidar oder konfliktträchtig, so nimmt das Kind das als Norm für sich auf und erlernt Selbiges. Kinder nehmen immer das jeweilige Bindungsverhalten der Eltern für sich auf und leben das dann aus. Haben die Eltern ein gutes oder auf Krawall gebürstetes Bindungsverhalten, so wird das Kind dies dann auch so ausleben. Aus diesen grundlegenden Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie erwächst ein hohes Maß an Verantwortung im Umgang mit Kindern.

Triple B

Ich habe nicht ohne Grund in meinem Buch Die Fratze der Gewalt genau diesen Punkt zu Beginn erörtert, um klar zu stellen, welche Anfangsfehler in der Erziehung oft begangen werden und diese dann später beim Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Gewaltaffinität korrelieren. Dazu schrieb ich folgendes:

„Folgen wir zunächst den Vorbedingungen einer gut gelingenden ›psychischen Ausreifung‹, damit wir erkennen können, wie es kommen konnte, dass immer mehr Jugendliche körperliche und geistige Defizite besitzen und diese hauptsächlich in Gewaltverhalten kanalisiert werden. ›Nachreifungsprozesse‹ in Form von Therapien werden heutzutage als Wachstumsmarkt in der Kinder- und Jugendpsychologie verstanden, weil Kinder und Jugendliche immer mehr ›psychische Entwicklungsverzögerungen‹ in Form von Gewalt- oder selbstschädigendem Verhalten ausbilden.

Beziehungsbindungen, bedeutungsvolle Erlebnisse und Bewältigungsstrategien erfahren Kinder und Jugendliche immer weniger als einen gesunden ›Ausreifungsprozess‹ über die Familie und in der Gesellschaft, weil sie schon sehr früh in Beziehungen zu ihren Eltern die ›persönlichen Elternkonflikte‹ ausgleichen müssen und daraus ein selbstschädigendes Verhalten für ihre eigene Zukunftsplanung ausprägen. (…)

Wir gehen davon aus, dass ein Mensch auf die Welt kommt und vier Erfahrungen mitbringt, auf die er sich zunächst beruft.

a) Er ist aufs Tiefste mit seiner Umgebung, seiner Mutter, verbunden und kann

b) nicht ohne die Beziehung zu ihr überleben. Auf die Welt gekommen macht er zum ersten Mal die Erfahrung, dass er die Beziehungsbindung auf Gegenseitigkeit überprüft und

c) Angebote macht, die seine Bedeutsamkeit stärken: Es schreit zunächst und will ein Bedürfnis damit äußern. Schafft es die Mutter die Sprache zu verstehen, dann setzt es ihr Baby an die Brust. Die Bedeutsamkeit wandelt sich sofort in ein angenehm positives inneres Bild beim Neugeborenen um, denn

d) zum ersten Mal hat es erfahren, dass es ein Bedürfnis bewältigt hat. Es ist von ungeheuer elementarer Bedeutung für die Entwicklung eines Menschen, dass sich diese drei Erziehungs- und Bildungsangebote zu einem Band verdichten. Aber auch die Gesellschaft sollte dafür Sorge tragen, dass ihre Mitglieder diese drei Bänder niemals aus den Augen verlieren.

Diese Drei (Beziehungsbindung, Bedeutsamkeit und Bewältigungskompetenz – Triple B) sind die Grundnahrungsmittel eines jeden menschlichen Gehirns und sind ausschlaggebend für die Entwicklung einer stabilen und ausgereiften, gesunden Psyche. Werden einem jungen Menschen diese drei Grundnahrungsmittel für die Ausreifung einer gesunden Psyche entzogen, dann könnte seine Seele den Motor zum Bösen entwickeln und später auch anlassen.“ (Quelle: Die Fratze der Gewalt, von Rüdiger Lenz)

Wenn ich zynisch wäre, würde ich mutmaßen: „Genau dieser Verzicht, seine dauerhafte Pathogenisierung, schafft extremste Herrschaftsverhältnisse. Denn Menschen, denen diese Drei genommen oder vorenthalten werden, werden zeitlebens eben auf der Suche nach Erfüllung dieser drei Eigenschaften sein und sie werden sie in maladaptives Erfüllen kanalisieren. Maladaptives Verhalten ist eine Ersatzbefriedung nach einem inneren natürlichen Bedürfnis, das durch den Ersatz jedoch niemals wirklich befriedigt wird. Folglich eine Verhaltensschleife produziert (eine individuelle Konfliktgenese ankurbelt), die fast ausschließlich in Fremdbestimmtheit und Materialismus endet.

Von Elterndarstellern und Neunazis

Als ich von Co-Parenting erfuhr, da war mir sofort klar, dass ich hier einen Artikel darüber veröffentlichen muss. Nur wenige haben bisher davon gehört und sich – außerhalb der vielleicht anfangs guten Intention der Gründerinnen, darüber Gedanken gemacht, was das eigentlich für die Kinder bedeutet, die keinerlei Mitspracherecht dabeihaben. Sie werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Der Wille und das Bedürfnis von Erwachsenen werden einfach über das der Kinder gestellt und die Erwachsenen glauben wirklich, sie handelten im guten Interesse auch für die betreffenden Kinder.

Ist es nicht ein Missbrauch der Erwachsenen, wenn sie solch weitreichende Entscheidungen aus egoistischen Interessen fällen, OHNE dabei das Recht von Kindern auf deren möglichst selbstbestimmtes Leben zu berücksichtigen? Wer spricht auf Familyship für die Kinder? Wer im Interesse von Co-Parentingfür die Kinder? Ist das Prinzip von Co-Parenting nicht abgeschaut aus dem Interesse des Konsums – der maladaptiven Suche nach innerer Bedürfniserfüllung Erwachsener? Müssen Kinder heute einzig den Bedürfnissen Erwachsener untergeordnet werden? Das Kind als Marke definiert Familie? Kann man so mit Kindern umgehen? Darf Mann/Frau/Mensch das? Mich jedenfalls bestürzt es außerordentlich zu erkennen, dass ein Großteil der Erwachsenen noch immer von dem Vorurteil ausgehen, dass Kinder nicht wissen können, was für sie und in ihrem Interesse das Richtige ist. Kinder werden oft noch in die Bedürfniswelt der Erwachsenen hineingepresst. Erwachsene denken in der Mehrheit noch immer, dass die Welt der Erwachsenen eine alternativlose Option von Erziehung darstellt. Dabei ist es auf Gehorsam, Ichkompensation und Selbstentfremdung aufgebaut.

Der Sinn von Co-Parenting ist nicht, Kindern eine Familie zu geben. Zentral ist der Kinderwunsch der Erwachsenen – nicht der Elternwunsch der Kinder; letzterer kommt gar nicht erst vor! Denn die Möglichkeit ist eine Option bei Co-Parenting, dass die Elterndarsteller nach Betreuung jeder wieder seines Weges gehen kann, in seine eigene Wohnung, seiner individuellen heilen Welt – ohne das Kind. Mathematisch betrachtet sind die Möglichkeiten, Kinder nach dem Konzept von Co-Parenting zu betreuen, schier unglaublich hoch. Seine Varianten unerschöpflich. Die einzige Grenze liegt im Bedürfnis der Elternausübung erwachsener Gehirne und deren psychischer Zustände verborgen.

Ein befreundeter Sozialarbeiter teilte mir kürzlich mit, dass er im Sommer 2015 einen Dokumentarfilm über Co-Parenting auf 3Sat gesehen hat, bei dem ein Reporter den Einwand einbrachte, dass so etwas doch verboten gehöre. Geantwortet wurde mit dem üblichen Toleranztool der Eingeschworenen, nämlich: dass es sich bei der traditionellen Einstellung von Familie, (also Vater, Mutter und Kind) um ein „rechtsbehaftetes Gedankengut einer völlig veralteten Vorstellung von Familie“ handelt, denn: die Nazis hätten das auch propagiert. Spätestens jetzt sind wir bei Hitlers Schäferhund angelangt.

Es häufen sich diese Neunazi-Theoretiker in der Familienpolitik wie auch anderswo, wo es um gesellschaftliche Veränderungen geht, genau so massiv und mit ähnlichen Stilmitteln, wie sie bereits aus der Friedensmahnwachen-Bewegung bekannt geworden sind. Bekannte Mütter-Feministinnen wie Birgit Kelle, die den Gender Mainstream als „wirre Ideologie“ bezeichnet, wird ebenso von den Antideutschen und der AntiFA bei öffentlichen Veranstaltungen angegangen. Forscht man nach, so kommen beispielsweise die gleichen Drohungen von denselben Internet-Plattformen (Indymedia.org) wie auch die, die gegen Vortragseinladungen von Ken Jebsen ausgesprochen werden. Siehe dazu meinen Beitrag hier auf KenFM.de (https://kenfm.de/meinungsverbrennung/). Es ist das gleiche Spiel wohl überall dort, wo die Bürger aufbegehren, man sie aber einzuschüchtern versucht, mit Mitteln, die denen der Nazis zwar nicht gleichen, aber doch sehr ähnlich sind.

Wer spricht für die Kinder?

Co-Parenting mag als gute Idee für den gleichgeschlechtlichen Kinderwunsch gegründet sein. Doch in Wahrheit ist es ein Millionengeschäft. In den USA werden damit schon heute Millionen von Dollar produziert und damit Millionäre erzeugt. Schon längst vor Co-Parenting ist in der BRD eine Sozialindustrie entstanden. Und viele von uns einfachen Menschen dürfen nicht vergessen, noch verdrängen, woran jede Industrie gebunden ist. Am ewigen Wachstum im endlichen Raum. Am Aufsplittern der Ware für noch mehr Konsum. Aus dem Kerngeschäft Vielfalt zu erzeugen produziert Marktstabilität.

Wir Erwachsenen haben die Pflicht, Anwälte für alle Kinder dieser Welt zu sein. Anwälte für deren freie Entfaltung und Entwicklung. Wir haben es zu unterlassen, unsere Bedürfnisse, Sehnsüchte und Wünsche durch sie verkörpert oder vervollkommnend zu sehen. Wir haben nicht das Recht, ihr Recht auf Unversehrtheit zu beugen, noch zu missbrauchen. Eher ist es unsere Pflicht, uns vor ihre Unmündigkeit zu stellen, damit sie die Freiheit zur Selbstentfaltung als ein menschliches vollständiges Wesen erleben und erfahren dürfen. Wir haben nicht das Recht, unsere Fehler in ihre Gehirne einzulagern.

Das ist die Kernaufgabe von Eltern: ihren Kindern einen Rucksack mit möglichst viel Bewältigungskompetenz zu schenken. Sie haben es zu unterlassen, in die Seele der Kinder ihre eigenen Probleme einzulagern. Wenn wir unsere Kinder nicht davor schützen, nämlich vor unserer eigenen Unzulänglichkeit, wer schützt sie denn dann noch? Unsere Gesellschaft ist lediglich aus einem ganz banalen Grunde eben so, wie sie ist. Weil sie zutiefst krank ist. Die meisten Erwachsenen aber glauben, dass diese Welt in der sie aufgewachsen sind und forthin weiterleben, die beste aller Möglichkeiten darstellt.

Lassen wir zum Schluss noch einmal Christine Wagner von Familyship zu Wort kommen, damit wir unmissverständlich verstehen, was der Motor dieser Idee ist: „Ich glaube schon, dass sich das zunehmend entwickelt, weil wir einfach alle so hoch individualisiert leben und jeder so sehr seinen eigenen Weg geht und seinen eigenen Weg plant, dass eben alternative Konzepte und individualisiertere Konzepte, wo man vielleicht ein bisschen unabhängiger ist, zunehmen werden.“ (Quelle:https://www.youtube.com/watch?v=mrZOFiymOE0)

Es geht also um das weitere Ausblühen der Ich-Kultur, um den Ausbau der Ichlinge, den Leitdienern von Finanzen, Wirtschaft und Konsumbarometer. Dass dieser Ausbau einzig deswegen so ist, weil wir hier im Westen die Trennung des Ichs vom Kernselbst vollzogen haben, darauf kommen diese neuen, nach immer mehr „Ich-Toleranz sonst Neunazi“ feststellenden Maladapteure und Egotaktiker nicht.

Wir dürfen unsere gesellschaftlichen Erkrankungen nicht zu neuen Ufern erklären und mit ihnen Schiffe bauen, auf denen alle Schiffbrüchigen Platz nehmen. Diese Schiffe verdrängen immer mehr die Landbewohner, weil dessen Bruttoregistertonnen zunehmend das Land mit Wasser fluten. Doch am Ende laufen sie auf Grund und werden von den selbst erzeugten Tsunamis einfach hinweggespült.

Auf der Seite von Familyship wird schon jetzt der User dazu gezwungen, einen Obolus zu bezahlen, damit er sich darüber kundig machen kann, was auf den Seiten überhaupt angeboten wird. Wen das bei einer Seite, die die Familie preist, nicht von vornherein abschreckt… . Es zeigt überdeutlich, auf was dort in welcher Weise konditioniert wird. Und wie fern ab von Gut und Böse der Konsum in uns als völlig normal akzeptiert wird. Mit Kindern Geld zu machen ist und bleibt eines der abscheulichsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und das viele diese Abscheulichkeit nicht einmal mehr fühlen, zeigt, wie weit die Krankheit unsere Gesellschaft schon fortgeschritten ist.

Nachtrag: Ich habe einen erwachsenen Sohn.
Und seit September 2015 haben meine Frau und ich uns dazu entschlossen, ein elfjähriges Pflegekind aufzunehmen. Unser Pflegekind kam aus eben solchen Umständen der Vielelterei und genau das war der Grund für uns, das Kind in Pflegschaft zu nehmen. Weil es keine Perspektive, keine stringente Bindung kannte. Es ist mit dem Gefühl groß geworden, dass es nicht geliebt wird. Zur Liebe braucht es nämlich mehr als bloße Vielelterei. Es braucht dazu den bedingungslosen Einsatz – rund um die Uhr. Wechselnde Bezugspersonen erzeugen ein nicht geliebt werden im Kind. Nachzulesen in jedem Buch über Entwicklungspsychologie.

WOHIN STEUERT DAS INTERNET?

Internet

Die Massenmedien und die mit ihnen verbandelten Politiker scheinen in Panik zu geraten. Immer mehr Menschen werden misstrauisch und stellen unangenehme Fragen. Zeitungen werden abbestellt und TV-Geräte hinausgeworfen.

Auflagen und Zuschauerzahlen sinken stetig. Alternative Informationsquellen wie Internet-Blogs oder Einschätzungen „ausgestiegener“ Mainstream-Journalisten auf den sozialen Plattformen gewinnen dagegen stetig mehr Zulauf. Verlieren Politik und Medien allmählich die Kontrolle über das Denken der Bürger? Das wäre ein Albtraum. Wie in einer Diktatur greifen die Mächtigen daher zur Zensur. So hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich letztes Jahr mit Mark Zuckerberg, dem Gründer und Chef von Facebook (FB), getroffen und beraten, welche Maßnahmen man gegen „Hasskommentare“ ergreifen könnte. Ergebnis ist, dass ein Dienstleister des Bertelsmann-Konzerns künftig Hasskommentare auf FB nicht nur löschen, sondern auch den Strafverfolgungsbehörden melden soll.

Eine Firma nimmt also behördliche Aufsichtsfunktionen wahr. Es wäre naiv anzunehmen, es gehe hier nur um echte Hasskommentare. Die gibt es zweifellos. Aber die sollte eine freie Gesellschaft aushalten. Worum es wirklich geht, lässt sich deutlich am Fall von Twitter, dem US-amerikanischen Kurznachrichtendienst, aufzeigen. Das Unternehmen hat kürzlich ein neues Beratungsgremium, das „Trust & Safety Council“, einberufen. Es besteht fast nur aus Gruppen, die eher die Redefreiheit beschränken wollen. Bereits eine abfällige Bemerkung über Gutmenschen (engl. Social Justice Warrior) oder Kritik am Feminismus konnte von ihnen als eine Form der Volksverhetzung gedeutet werden.

Der Blogger Paul Joseph Watson schreibt: In diesem Gremium gibt es absolut keine Vielfalt. Die meisten dieser Gruppen streben Zensur und die Verleumdung ihrer politischen Gegner an. Twitter startete übrigens die Säuberungsaktion, nachdem ein Mitglied der saudischen Königsfamilie zweitgrößter Aktionär wurde. Der Aktienkurs Twitters begann nach den Einschränkungsmaßnahmen drastisch zu sinken. Erstmals gab es auch weniger User in einem Quartal. Das gibt Hoffnung.

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