Überträger von Krankheiten? Wissenschaftler bisher ratlos: “Diese Wanzen dürften eigentlich keine Menschen stechen”

NICHT NUR UNSER KLIMA ÄNDERT SICH, AUCH DIE INSEKTEN UND DIE DAMIT ÜBERTRAGENEN KRANKHEITEN!
image_pdfimage_print

Fliegende kleine Wanzen, die gezielt Menschen stechen und deren Blut saugen? Gibt es nicht? Gibt es doch! Den Beweis tragen zurzeit hunderte Hessen auf ihren Körpern, die genau von diesen fiesen Insekten gestochen worden waren. Anfang der Woche berichtete OSTHESSEN|NEWS ausführlich über dieses Phänomen, Fulda schien von der Wanzenplage besonders betroffen zu sein. Natürlich sind sie der Sache weiter nachgegangen und haben mit Betroffenen, sowie mit Experten gesprochen. Fest steht zu diesem Zeitpunkt allerdings nur eines: Diese Invasion weicht ab von allem, was die Wissenschaftler bisher über diese Wanzenart wussten.

Am Freitag traf sich ein Reporter-Team mit Dr. Wolfgang H.O.Dorow, Wanzenexperte vom Senckenberg-Forschungsinstitut (sehen Sie das Video mit ausführlichem Interview) und übergab ihm zwei der Wanzen für Untersuchungen. „Klar scheint zu sein, dass es sich hierbei um eine Art der Weichwanzen handelt“, so der Experte. Höchst ungewöhnlich allerdings sei, dass die Tiere, die sich normalerweise von Pflanzensäften ernähren, nun Menschen stechen und sogar Blut saugen. „Ich werde mir die Exemplare in den nächsten Tagen im Labor genau ansehen, ich hoffe, wir bekommen danach ein abschließendes Ergebnis.“ Gesundheitsgefahren, die über eine allergische Reaktion hinausgehen, erwartet der Forscher laut eigenen Aussagen bisher jedoch nicht. „Ausschließen kann man im Moment aber noch nichts.“ Schließlich würde es auch Arten geben, die beispielsweise Parasiten übertragen könnten, so Dorow.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In den vergangenen Tagen erhielt die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS hunderte Zuschriften von Menschen aus ganz Hessen und sogar über die Landesgrenze hinaus, die von den Plagegeistern gepiesackt worden waren, viele Betroffene sind nun verunsichert. Aus dem Kreis Neuwied erreichte uns zum Beispiel folgende Mail: „Vor einigen Tagen hatten meine Freundin und ich eine Plage mit unbekannten fliegenden Insekten. Sie waren urplötzlich da, versammelten sich hauptsächlich am Fensterrahmen, krabbelten die Wände entlang und flogen durch die Wohnung. Erst nachdem wir die komplette Wohnung mit Insektenspray vernebelt hatten, waren wir von diesen Plagegeistern befreit.“ Auch aus Thüringen erhielten wir Nachricht: „Soeben habe ich Ihren Post bei Facebook entdeckt und freue mich endlich etwas Aufklärung zu erhalten. Ich selber bin von genau diesen lästigen Viechern attackiert worden, habe acht Stiche. Und ich kann Ihnen sagen, dass nach dem Stich ein Tag vergeht bis man die Einstichstelle sieht und einen weiteren Tag dauert es, dann beginnt es fürchterlich zu jucken. Nun hat es sich entzündet, ich hoffe es wird nicht schlimmer.“

In der Fuldaer Innenstadt muss der Insektenschwarm am Samstag besonders heftig „zugestochen“ haben. „Es war wirklich schlimm“, berichtet Jupp Hahner von der Weinhandlung Hahner in Fulda. „Die Leute flüchteten sich in unseren Laden, die Klamotten und die Haare hingen voller Wanzen.“ Aber auch renommierte Forscher, beispielsweise vom Institut für Zoologie in Köln haben sich bei OSTHESSEN|NEWS gemeldet, das Interesse daran, eine der Exemplare unter die eigene Lupe zu bekommen, ist groß. Und auch im hessischen Ministerium für Soziales in Wiesbaden ist man daran interessiert, schnelle Aufklärung zu erhalten. „Mit etwas Glück“, so Dr. Dorow, „können wir die Anfang nächster Woche geben.“ OSTHESSEN|NEWS wird weiter berichten.

(Miriam Rommel)

Wanzen

image_pdfimage_print