Wer baut den Dritten Tempel in Jerusalem?

Der dritte Tempel in Jerusalem! Wird er je gebaut?

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Trump hat gerade die Lunte für einen weiteren möglichen Krieg in Nahost gelegt. Aber mal Hand aufs Herz, wer von uns hat Kontakt mit einem “echten Juden”? Wer weiß, was die ganz harten orthodoxen Juden so denken?

Selbst ich, der nach einer Familienlegende semitische Wurzeln hat (allerdings aus Manasse und Ephraim, nicht Juda), weiß nicht wirklich Bescheid.

Beste Voraussetzungen, um ein paar Zeilen darüber zu schreiben.

Seit Jahrzehnten schon, soll nämlich das Baumaterial für den Dritten Tempel  vor Ort eingelagert sein. Wie wichtig der Tempel ist, sahen wir gerade im jüdischen Jahr 5776! Denn da erwarteten führende Rabbiner die Erscheinung ihres Messias ben David. Zeit wird es ja, nach der langen Wartezeit. Jedoch auch unser Jesus lässt sich Zeit – viel zuviel Zeit. Nicht einmal die Weltkriege oder die Atombombenabwürfe wurden verhindert. Hat man das Interesse verloren? Und was ist mit dem islamischen Mahdi? Auch der wäre überfällig.

Wie wichtig der Dritte Tempel wäre, zeigt sich anlässlich einer Spendenaktion für diesen. Für den Bau des Dritten Tempels in Jerusalem seien 2014 mehr als 100.000 US-Dollar eingenommen worden. Über 900 Spender aus 30 Ländern hätten sich beteiligt, gab das Jerusalemer Tempelinstitut bekannt. Der Bau müsste allerdings dort erfolgen, wo sich heute die muslimische Al Aksa-Moschee und der Felsendom befinden. Haben Sie das gewusst?

Architekten haben die Pläne längst ausgearbeitet. Aber jeder weiß, das würde einen Weltkrieg auslösen- und da haben manche gläubige Juden ihr Dilemma. Nämlich diejenigen, welche den Dritten Tempel als Voraussetzung für das Kommen des Messias ben David erkannt haben wollen. 5776 ist er wieder nicht gekommen, was Wasser auf die Mühlen dieser Gläubigen ist.

Das Vorhaben wird jedoch von vielen Rabbinern kritisch gesehen. Sie glauben, dass der Dritte Tempel nicht von Menschen, sondern vom Allmächtigen erbaut werde. Die Bestrebungen des Tempelinstituts könnten zu einem Krieg mit Muslimen aus aller Welt führen, befürchten die Kritiker.

Gläubige der unterschiedlichen Religionen haben jedoch auch die gefährliche Vorstellung, man müsse die Welt an den Rand des Untergangs bringen, um quasi ein Eingreifen Gottes oder wenigstens der “Göttersöhne” zu erzwingen, die ja laut Genesis bereits frühzeitig ihren Spaß hier hatten!

Der “Haram Al-Scharif”, das “edle Heiligtum” der Muslime, der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel und die Al-Aqsa-Moschee, befinden sich seit 1300 Jahren genau dort, wo bis zum Jahr 70 nach Christus der israelitische Tempel stand. Seit Jahren hat man allerdings die Pläne, die Finanzierung und wohl bereits gewisse heilige Gegenstände, um jederzeit mit dem Bau des Dritten Tempels anzufangen!

60 Meter der beigefarbenen Kalksteinwand der Klagemauer sind für jeden zugänglich zum Gebet. Schmuel Rabinowitz, der Rabbiner der Westmauer, nennt diesen Ort “die größte Synagoge des jüdischen Volkes”.

Diesen Tempel des Herodes, den die Römer zerstörten, wollen nationalreligiöse Gruppen wieder aufbauen. Sie nennen sich “Bewegung für die Errichtung des Heiligtums“, “Freunde des Tempels“, “Krone der Priester“, “die priesterlichen Wachen” und ähnlich. Einige von ihnen unterhalten Talmudschulen und Synagogen im jüdischen Viertel der Altstadt von Jerusalem. Etwa 20 Organisationen verfolgen dasselbe Ziel.

Auch evangelikale Christen sind vom Dritten Tempel fasziniert. Sie deuten den Bau des dritten Tempels als

Zeichen der Wiederkunft Christi

Mehrfach haben die “Getreuen des Tempelbergs” versucht, auf dem heutigen Haram Al-Scharif den Grundstein für den dritten Tempel zu legen. Vorläufig haben Salomon und seine Getreuen einen Fünf-Tonnen-Stein vor den Toren der Altstadt von Jerusalem ablegen müssen und daneben eine Gedenktafel angebracht. Zuletzt versuchten sie im Mai 2009, einen 13 Tonnen schweren Steinblock als Eckstein auf den Tempelberg zu bringen. Die israelische Polizei verhinderte auch diesen Versuch.

Das “Tempel-Institut” bereitet den Tempeldienst bis ins Detail vor.

In Vitrinen sind die neu gewebten Gewänder des künftigen Hohenpriesters zu sehen, sein mit zwölf Edelsteinen verzierter Brustschild, das kupferne Waschbecken, in dem er sich reinigt, Gefäße für das Trankopfer, der Becher zum Auffangen des Blutes des Opfertiers und Becher und Löffel für Weihrauch. Auch die Musikinstrumente für die Leviten sind längst fertig und in diesem Institut zu sehen, die silbernen Trompeten, die hölzernen Harfen und das Schofar aus Widderhorn.

Durch Trump sind die gläubigen Juden ihrem Ziel wieder näher gekommen – und die Welt womöglich einen Schritt Richtung Abgrund?

Kleiner Tipp von mir: Evtl. würde sich der Messias ja mit einer neuen Mischkan zufrieden geben, die als Modell der Stiftshütte im Timna Park ebenfalls nachgebaut wurde.

Oder sollten wir Goethes FAUST mal wieder lesen?

DER HERR:

Wenn er mir auch nur verworren dient,
So werd ich ihn bald in die Klarheit führen.
Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,
Das Blüt und Frucht die künft’gen Jahre zieren.

Mephistopheles:

Was wettet Ihr? den sollt Ihr noch verlieren!
Wenn Ihr mir die Erlaubnis gebt,
Ihn meine Straße sacht zu führen.

DER HERR:

Solang er auf der Erde lebt,
So lange sei dir’s nicht verboten,
Es irrt der Mensch so lang er strebt.

 

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