Israel: „Kein Fehlverhalten“ durch Tötung eines beidseitig Amputierten in Gaza

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Als Antwort auf zunehmende Fragen über ihr hartes Durchgreifen gegen palästinensische Protestierende, eröffnete das israelische Militär eine Untersuchung über die Tötung des 29-jährigen Ibrahim Abu Thraya, einen beidseitig Amputierten, dem während der Proteste in den Kopf geschossen wurde, und schloss die Untersuchung praktisch unmittelbar danach wieder ab.

Wie nicht anders zu erwarten, segnete das israelische Militär den Vorfall ab, indem es darauf beharrte, dass es „kein Fehlverhalten“ bei der Tötung von Abu Thraya gebe, und „kein moralisches oder professionelles Versagen“ unter israelischen Soldaten, die damit konfrontiert waren, was sie als einen „extrem gewalttätigen“ Protest darstellten.

Tatsächlich beharrte das Militär darauf, dass es „unmöglich“ sei, die Todesursache von Abu Thraya zu bestimmen, obwohl die Sanitäter, die ihn behandelten, keinen Zweifel daran ließen, dass ihm mit scharfer Munition in den Kopf geschossen wurde.

Abu Thraya verlor 2008 bei einem israelischen Luftangriff im Gaza-Krieg seine beiden Beine. Er war auf Fotos zu sehen, wie er eine palästinensische Flagge hielt, bevor er getötet wurde. Er nahm an vielen Kundgebungen teil und schaffte es trotz seiner Behinderung immer wieder, auf Strommasten die palästinensische Fahne zu hissen. Es gibt eine Videobotschaft von ihm, in der er zu Protesten gegen die Trump-Erklärung zu Jerusalem aufruft.

Auch an seinem Todestag kam er in seinem Rollstuhl mit, diesmal direkt an den Grenzzaun, der den Gazastreifen von Israel trennt. Der Mann im Rollstuhl wurde von anderen jungen Palästinensern geschoben und schwenkte eine palästinensische Fahne. Es ist auf keinem Foto zu sehen, dass er selbst Steine geworfen hat. In einem Video ist noch zu sehen, wie Tränengasgranaten neben ihm landeten und er durch das Gras krabbelte. Die nächsten Aufnahmen zeigten, wie er blutend im Rollstuhl weggeschoben wird.

Israel hat darauf beharrt, dass die Menschen, die sie in Gaza erschossen haben, „Organisatoren“ oder bewaffnete Leute waren, obwohl in diesem Fall beides offenbar nicht der Fall war.

Verweise:

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2 Kommentare auf "Israel: „Kein Fehlverhalten“ durch Tötung eines beidseitig Amputierten in Gaza"

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Sebastian Schafranietz
Mitglied
Wie soll es nach all diesen Ereignissen dort jemals Frieden geben? Ich stelle mir vor Deutsche und Franzosen würden sich seit Jahrzehnten fetzen. Das Misstrauen könnte wohl größer nicht sein. Natürlich ist es dort sehr einseitig. Wie kann es ein religiöser Jude mit sich vereinbaren in Israel zu leben? Das geht wohl nur, wenn man davon überzeugt ist, das weltliche Jerusalem , sei das geistige Jerusalem. Das alles passiert wenn man die Schriften 1:1 wörtlich nimmt. Wer hat ein Interesse daran? Und was ist es? Die “israelischen” Führer haben gar kein Interesse an einem Frieden. Gibt es überhaupt jemanden in… Read more »
Andreas Falk
Mitglied

Denke das Satan der Strippenzieher ist !!!! Der Anfang des Videos ist etwas langatmig. Wird aber noch richtig interessant !!!! [youtube https://www.youtube.com/watch?v=mqTsaQf4ERE&w=640&h=360%5D